Nachbarrecht
Frei nach Schiller kann der Frömmste nicht in Frieden bauen, wenn es dem Nachbar nicht gefällt.
Wir prüfen für Sie im Vorfeld von Baumaßnahmen, welche Rechte ein Nachbar geltend machen kann, wenn das Nachbargrundstück unterfangen oder überbaut wird oder Abstandsflächen zu wahren sind. Wir gestalten und verhandeln für Sie Vereinbarungen mit dem Nachbarn zur Zustimmung und Beweissicherung vor.
Wir beraten Sie bei der Ausgestaltung von Wegerechten, Dienstbarkeiten und Beilegung von nachbarrechtlichen Streitigkeiten. Im Baugenehmigungsverfahren klären wir Befreiungen von nachbarschützenden Vorschriften.
Gerade im Nachbarrecht können wir unsere verschiedenen Spezialisierungen wie öffentliches Baurecht (Abstandsflächen), WEG-Recht, privates Baurecht und Grundstücksrecht besonders gut verzahnen und auch Bauvorhaben möglich machen, die dem Nachbarn nicht gefallen.
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im Bereich Nachbarrecht
Häufige Fragen: Nachbarrecht
Wird der gesetzliche Grenzabstand unterschritten, kann ein Anspruch auf Beseitigung oder Unterlassung nach den Abstandsflächenregelungen der Berliner Bauordnung bestehen.
Vorübergehende, ortsübliche Beeinträchtigungen sind grundsätzlich zu dulden, unzumutbare Belastungen jedoch nicht. Ob eine Duldungspflicht vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen. Gerade innerhalb bebauter Ortsteile wird Baulärm häufig als ortsüblich anzusehen sein.
Der Bauherr haftet für Schäden an Nachbargebäuden aus der Bauausführung.
Beim Überbau ist zwischen dem entschuldigten und nicht entschuldigten Überbau zu unterscheiden. Fehlte es beim Überbau am Verschulden des bauenden Eigentümers, hat der Nachbar den Überbau zu dulden. Ihm steht jedoch eine Entschädigung durch eine Überbaurente zu. Im Fall eines nicht entschuldigten Überbaus wird der Nachbar Eigentümer des Überbaus. Der Nachbar kann dann einen Beseitigungsanspruch geltend machen.
Nachbarn können Widerspruch und Klage einlegen, wenn die Baugenehmigung eigene Rechte verletzt, das ist etwa bei Verstößen gegen Abstandsflächen oder das Rücksichtnahmegebot der Fall.
Nach dem Nachbargesetz Berlin (wie auch in den meisten anderen Bundesländern) muss der Eigentümer und der Nutzer eines Grundstücks dulden, dass ihr Grundstück von dem Nachbarn zur Durchführung von Baumaßnahmen in Anspruch genommen wird. Voraussetzung ist, dass es anders nicht geht und die Baumaßnahme zulässig und es dem Eigentümer nicht unzumutbar ist.
Es muss rechtzeitig angekündigt werden; unter Umständen kann eine Sicherheitsleistung gefordert werden. Es muss schnell und schonend gearbeitet werden. Schäden muss der bauende Nachbar beseitigen oder ersetzen.
Muss das neue Bauwerk tiefer gegründet werden, als das bestehende Gebäude des Nachbarn, kann der Bauherr das Nachbargebäude unterfangen. Einzelheiten regelt das Nachbargesetz, allerdings sind manche Voraussetzungen in der Praxis nur schwer zu belegen, weshalb rechtzeitig eine Vereinbarung geschlossen werden sollte.
Nach § 16a NachbG Berlin ist das Anbringen einer Wärmedämmung an einer Grenzwand zu dulden, auch wenn das eigene Grundstück dadurch teilweise überbaut wird. Das gilt nur bei bestehenden Gebäuden, nicht bei einem Neubau. Der betroffene Eigentümer hat Anspruch auf eine Überbaurente. Der Überbauende muss die Dämmung auf seien Kosten entfernen, wenn an die Wand angebaut wird.